Der «Select Hotel Operator Monitor 2026» zeigt wachsenden wirtschaftlichen Druck auf Hotelbetreiber: 83 Prozent der befragten Unternehmen planen weitere Preiserhöhungen oder haben diese bereits umgesetzt. Gleichzeitig ist bei 26 von 50 Betreibern die operative Marge gesunken, 46 Prozent berichten von einem rückläufigen operativen Cashflow. [RELATED]

Für die dritte Ausgabe befragte Select Hotel Consulting gemeinsam mit Tophotel zwischen April und Juni 2026 insgesamt 51 Hotelbetreibergesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ihre Portfolios umfassen mehr als 1100 Hotels mit rund 155'000 Zimmern.

Die Stichprobe ist stark von grösseren Betreibern geprägt: 28 Teilnehmer betreiben mehr als zehn Hotels, 25 verfügen über Portfolios mit mehr als 1000 Zimmern. Vertreten sind Pacht-, Franchise- und Managementmodelle sowie Owner-Operator. Wie viele der befragten Unternehmen aus der Schweiz stammen, wird in den öffentlich zugänglichen Angaben nicht ausgewiesen.

RevPAR entwickelt sich unterschiedlich

Auch beim Erlös pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) zeigt sich kein einheitliches Bild. Bei neun von 47 Betreibern ist dieser seit Anfang 2024 nicht gestiegen. Weitere 22 melden ein Plus zwischen einem und fünf Prozent. Die Auslastung sank bei 17 von 48 Unternehmen und stieg bei 14.

Gleichzeitig nimmt die Bereitschaft zu Preiserhöhungen zu. 2025 planten 76 Prozent der Befragten weitere Preiserhöhungen, 2026 sind es 83 Prozent, die Erhöhungen planen oder bereits umsetzen.

Pachtquote liegt teils über 25 Prozent

Zusätzlichen Druck erzeugen die Pachtkosten. 33 von 50 Betreibern erwarten eine Pachterhöhung oder berichten, dass eine solche bereits angekündigt beziehungsweise erfolgt ist. Bei 17 Unternehmen ist die Pachtquote gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

14 von 47 Betreibern weisen inzwischen eine Pachtbelastung von mehr als 25 Prozent des Umsatzes aus. Gleichzeitig verfügen 37 von 50 über Pachtverträge mit Laufzeiten von mehr als zehn Jahren.

Select sieht darin eine zunehmende Belastung für langfristig gebundene Betreiber, deren wirtschaftlicher Sicherheitspuffer kleiner wird.

Ersatzinvestitionen gewinnen an Bedeutung

Der wirtschaftliche Druck zeigt sich auch bei den Investitionsprioritäten. 43 von 50 Betreibern beziehungsweise 86 Prozent nennen 2026 Ersatzinvestitionen als Schwerpunkt. 2025 waren es 30 von 46 beziehungsweise rund 65 Prozent.

Rund 30 Prozent nennen 2026 ESG beziehungsweise Nachhaltigkeit als Investitionsschwerpunkt. Gegenüber der vorherigen Erhebung hat dieser Anteil abgenommen. Weitere Investitionsschwerpunkte sind «Look and Feel», Zimmer und Haustechnik.

Am häufigsten bremsen Liquidität und Ergebnisdruck Investitionen: 17 Betreiber nennen diesen Faktor. Es folgen die Baukosten mit neun Nennungen. «Zinsen und Finanzierung» sowie «Nachfrageunsicherheit» kommen auf jeweils sieben Nennungen.

Restrukturierungen bei jedem dritten Betreiber ein Thema

32 Prozent der befragten Unternehmen beschäftigen sich mit Restrukturierungsmassnahmen. 16 Prozent nennen einen Markenwechsel oder eine Umstellung auf Franchise. Bei 14 Prozent stehen Betreiberwechsel beziehungsweise die Rückgabe von Standorten zur Diskussion, vier Prozent nennen Schliessungen. Mehrfachnennungen waren möglich.

Etwas mehr als die Hälfte der Betreiber – 52 Prozent – plant keine strukturellen Massnahmen.

Welche Marken oder Betreibermodelle wirtschaftlich besser abschneiden, lässt sich aus der Untersuchung nicht ableiten. Die Gründe für einzelne Marken- oder Betreiberentscheidungen wurden nicht erhoben.