Wichtige Planungssicherheit für die Hotellerie
Die Ablehnung der Chaos-Initiative ist ein wichtiges Signal für den Schweizer Tourismus. Unsere Branche ist auf qualifizierte Mitarbeitende, stabile Beziehungen zu Europa und verlässliche politische Rahmenbedingungen angewiesen. Das Abstimmungsresultat schafft Orientierung und Planungssicherheit. [RELATED]
Gleichzeitig hat die Abstimmungsdebatte gezeigt, dass viele Menschen reale Sorgen beschäftigen. Themen wie Wohnraum, Infrastruktur oder die Auswirkungen des Bevölkerungswachstums dürfen nicht ausgeblendet werden. Diese Herausforderungen betreffen auch touristische Regionen und verlangen nach Lösungen, die von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam getragen werden. Das Abstimmungsresultat ist kein Freipass, sondern ein Auftrag, diese Herausforderungen anzupacken.
Abstimmungsresultat ist kein Freipass, sondern ein Auftrag, diese Herausforderungen anzupacken.
Christian Hürlimann, Direktor von HotellerieSuisse.
Für die Hotellerie ist klar: Unsere Betriebe brauchen weiterhin verlässliche Beziehungen zur EU. Sie sind auf gut qualifizierte Mitarbeitende aus dem europäischen Raum angewiesen und müssen langfristig planen und investieren können. Ich danke den zahlreichen Hotelièren und Hoteliers, die sich in den vergangenen Wochen engagiert haben. Sie haben das Gespräch gesucht, Haltung gezeigt und die Perspektive unserer Branche in die öffentliche Debatte eingebracht. Dieses Engagement verdient grosse Anerkennung.
Der Schweizer Tourismus braucht Stabilität, Augenmass und praxistaugliche Lösungen. Dafür werden wir uns auch in Zukunft mit Nachdruck einsetzen.
Christian Hürlimann ist Direktor von HotellerieSuisse.
Das Nein stärkt den Tourismusstandort Schweiz
Für den Schweizer Tourismus ist das Abstimmungsergebnis zur «Keine 10 Millionen Schweiz»-Initiative ein sehr wichtiges Zeichen der Stabilität in einem Umfeld, das von geopolitischen Verwerfungen, wirtschaftlichen Herausforderungen und zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung geprägt ist. Es stärkt die Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Tourismus und bringt mehr Planungssicherheit für die Betriebe.
Der Tourismussektor hat sich im Abstimmungskampf mit der Kampagne «Tourismus gegen Chaos» aktiv eingebracht. Im Zentrum stand die Bedeutung der Personenfreizügigkeit und damit der Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften aus dem europäischen Raum. Das Engagement der verschiedenen Branchen entlang der touristischen Wertschöpfungskette zeigt, dass diese Arbeitskräfte für das Funktionieren des Sektors unverzichtbar sind – von Hotellerie und Gastronomie bis hin zu Bergbahnen und Freizeitbetrieben.
Der Schweizer Tourismus lebt von langfristigen Investitionen, internationalen Partnerschaften und dem Vertrauen von Gästen aus aller Welt.
Philipp Niederberger, Direktor Schweizer Tourismus-Verband VSTM
Das Abstimmungsergebnis hat auch über den Arbeitsmarkt hinaus Signalwirkung. Der Schweizer Tourismus lebt von langfristigen Investitionen, internationalen Partnerschaften und dem Vertrauen von Gästen aus aller Welt. In diesem Zusammenhang stärkt das Nein zur Initiative die Wahrnehmung der Schweiz als verlässlichen und berechenbaren Standort. Gerade in einer Zeit zunehmender Unsicherheit ist dies ein wichtiger Standortvorteil.
Der teilweise sehr konfrontativ geführte Abstimmungskampf zeigte, dass viele Menschen in der Schweiz mit realen Herausforderungen konfrontiert sind: steigende Wohnkosten, Druck auf die Infrastruktur und Fragen der Lebensqualität. Diese Anliegen sind ernst zu nehmen. Gefragt sind nun pragmatische Lösungen, die wirtschaftliche Stärke, gesellschaftliche Akzeptanz und eine nachhaltige Entwicklung miteinander verbinden. Der Tourismus ist Teil der Lösung und steht dabei für Augenmass und Dialog – im Interesse der Gäste, der Mitarbeitenden und der lokalen Bevölkerung.
Philipp Niederberger ist Direktor des Schweizer Tourismus-Verbands VSTM.

