Die Hotellerie befindet sich im Wandel. Während Wellness-Angebote lange vor allem auf körperliche Gesundheit ausgerichtet waren, rückt nun das psychische Wohlbefinden stärker in den Fokus. Der «Psychological Well-being in Hospitality Report 2026» der EHL Hospitality Business School macht deutlich, dass Gäste und Mitarbeitende zunehmend Umgebungen suchen, die Sicherheit, Sinn, soziale Verbundenheit und Erholung fördern.

Fünf Entwicklungen prägen die Branche
Für den Bericht wurden 48 Expertinnen und Experten aus Hotellerie, Wissenschaft und Innovationsbereichen befragt. Daraus leitet EHL fünf zentrale Entwicklungen ab:

  1. Ganzheitliches Wohlbefinden
    Wohlbefinden umfasst körperliche, psychische, soziale und weitere Dimensionen, die eng miteinander verbunden sind.
     
  2. Psychisches Wohlbefinden im Fokus
    Die psychische Gesundheit von Gästen und Mitarbeitenden gewinnt an Bedeutung, wird aber oft noch zu wenig berücksichtigt.
     
  3. Mehr Menschlichkeit in der Hotellerie
    Persönliche Beziehungen und authentische Gastfreundschaft werden wichtiger als standardisierte Prozesse.
     
  4. Räume fördern Wohlbefinden
    Architektur und Gestaltung können Stress reduzieren und das Wohlbefinden stärken.
     
  5. Transformation statt nur Erholung
    Gäste suchen zunehmend Erfahrungen, die Sinn stiften und nachhaltig wirken.

Mitarbeitende und Gäste gemeinsam im Blick
Der Bericht betont, dass die psychische Verfassung von Mitarbeitenden direkten Einfluss auf das Gästeerlebnis hat. Belastungen wie Stress, emotionale Arbeit und unregelmässige Arbeitszeiten erhöhen das Risiko von Erschöpfung und Burnout. Unternehmen, die auf psychologische Sicherheit, wertschätzende Führung und gesunde Arbeitsbedingungen setzen, profitieren von höherer Motivation, geringerer Fluktuation und besserer Servicequalität.

Vom Wellness-Angebot zur Unternehmensstrategie
Nach Ansicht der Autorinnen reicht es künftig nicht mehr aus, einzelne Wellness-Angebote zu vermarkten. Psychisches Wohlbefinden müsse als strategisches Element in Unternehmenskultur, Gästereise und Raumgestaltung verankert werden. Die Hotellerie habe das Potenzial, nicht nur Erholung zu bieten, sondern aktiv zur menschlichen Entfaltung beizutragen.

Methodik

Der «Psychological Well-being in Hospitality Report 2026» basiert auf akademischer Forschung, einer Analyse von Sekundärdaten sowie Fallstudien aus der Hospitality-Branche. Für die Studie wurden 48 Expertinnen und Experten aus Hotellerie, Well-being, Neurowissenschaften und verwandten Bereichen befragt. Ziel war es, aktuelle Entwicklungen und Best Practices rund um das psychische Wohlbefinden von Gästen und Mitarbeitenden zu identifizieren.

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