Seit anderthalb Jahren bereiten sich die Schweizer Kochnationalmannschaften auf den Culinary World Cup in Luxemburg vor. Abläufe werden wiederholt geprobt, Gerichte bis ins Detail perfektioniert. Schliesslich wollen die Teams ihre beiden Weltmeistertitel von 2022 verteidigen. Nun sorgen kurzfristige Änderungen im Reglement für zusätzlichen Aufwand.
«Diese Kurzfristigkeit ist für uns unverständlich», sagt Teammanager Marco Steiner gegenüber der «Hotellerie Gastronomie Zeitung». Das Reglement sei seit einem Jahr bekannt und die Vorbereitung darauf abgestimmt worden.
Weniger Formen für die Gerichte
Besonders einschneidend sind die neuen Vorgaben zu Formen und Schablonen. Für die Wettbewerbsaufgabe Hot Kitchen, bei der ein Drei-Gang-Menü zubereitet wird, sind nur noch zwei Formen und zwei Schablonen erlaubt. Beim Chef's Table dürfen vier Formen, vier Schablonen sowie zwei Terrinenformen eingesetzt werden.
«Damit jeder Teller gleich aussieht, setzen gerade die Top-Teams stark auf Formen», erklärt Steiner. Einzelne Komponenten müssten deshalb neu konzipiert werden.
Auch beim Porzellan gibt es eine Änderung. Ursprünglich durften die Teams für den Chef's Table eigenes Geschirr mitbringen. Neu müssen sie das vorgegebene Porzellan des Hauptsponsors Rak verwenden. Die speziellen Formen der Stücke erfordern Anpassungen beim Design und Anrichten der Gerichte.
Titelverteidiger nehmen Herausforderung an
Für Steiner und sein Coaching-Team sind die Änderungen ärgerlich. «Letztlich haben wir nun viel Zeit und Ressourcen verschwendet, die wir besser hätten einsetzen können.» Eingespielte Routinen müssten teilweise neu aufgebaut werden.
Verunsichern lassen will sich das Team dennoch nicht. Alle Nationen hätten dieselben Voraussetzungen. Für Steiner bietet die Situation sogar eine zusätzliche Gelegenheit: «Als Titelverteidiger haben wir nun die Möglichkeit, zu beweisen, dass wir schnell reagieren und aus dieser Situation das Beste machen können.»
Das nötige Know-how sei vorhanden. Vielleicht, so Steiner, sei genau diese zusätzliche Herausforderung die «Extrameile», die es für eine erfolgreiche Titelverteidigung brauche. (grb)
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