Das Gebäude stand seit mehreren Jahren leer. Nun steht sein Schicksal fest. Die Einwohner der Gemeinden Givisiez und Granges-Paccot in der Nähe von Freiburg haben dem Vorschlag ihrer Volksvertreter zugestimmt, es in ein 5-Sterne-Hotel umzuwandeln. «Die Einwohner beider Gemeinden haben diesen Vorschlag einstimmig angenommen», erklärt Damiano Lepori, Vize-Gemeinderatspräsident von Givisiez. Es wird das einzige Hotel dieser Kategorie im Kanton sein. Derzeit sieht das Projekt den Bau von 35 bis 40 Zimmern mit Restaurant, Spa, Fitnessraum, Hammam und Swimmingpool vor.
Das ehemalige internationale Mädcheninternat und ein Teil des Parks werden für sieben Millionen Franken an das in Givisiez ansässige Unternehmen Cardeco verkauft. Dieses Unternehmen wird von dem in Freiburg und Umgebung gut etablierten Geschäftsmann und Unternehmer Antonio Carrisi geführt. Er ist im Immobilien- und Veranstaltungsbereich tätig, Gründer des Bellarena-Festivals und Eigentümer des Hôtel du Faucon und des italienischen Restaurants Solemio, beide in Freiburg.
Eröffnung für 2029 geplant
[IMG 2]«Wir sind sehr glücklich. Seit zehn Jahren interessiere ich mich für dieses phänomenale Gebäude, das La Chassotte. Ich möchte etwas Außergewöhnliches daraus machen», erklärt Antonio Carrisi. Der Unternehmer kann noch nicht abschätzen, wie hoch die Investitionen für die Renovierung des Gebäudes sein werden. «Der Zustand des Gebäudes erfordert ein schnelles Handeln. Ich möchte so schnell wie möglich mit den Arbeiten beginnen. Ich hoffe, dass die beiden betroffenen Gemeinden und die Denkmalschutzbehörde mir dabei helfen werden, schnell voranzukommen. Ich möchte gerne 2029 eröffnen.» Antonio Carrisi wird sich mit drei Architekten zusammentun, um sein Projekt zu verfeinern. Er setzt auf einen klassischen Stil, der dem historischen Charakter des Gebäudes entspricht. Was den Betrieb angeht, plant er keine Zusammenarbeit mit einer Marke oder einem Hotelbetreiber.
Wenn ich Künstler im Rahmen des Bellarena-Festivals oder in meinem Veranstaltungssaal Alphagamme empfange, muss ich sie in Bern oder Montreux unterbringen.
Antonio Carrisi, Unternehmer
Ein Hotel, das eine Lücke füllt
Das touristische Potenzial eines 5-Sterne-Hotels steht für ihn ausser Frage. «Mein anderes Hotel in Freiburg verzeichnet eine Auslastung von 75 bis 80 Prozent. Es gibt kein Hotel dieses Standards in Freiburg, das wird funktionieren. Alles hängt auch von den angebotenen Preisen ab. Die Lage in der Nähe der Autobahn und des Stadtzentrums ist ideal.» Er stellt insbesondere Lücken im Bereich der gehobenen Hotellerie im Zusammenhang mit seinen beruflichen Aktivitäten fest. «Wenn ich Künstler im Rahmen des Bellarena-Festivals oder meines Alphagamme-Theaters empfange, muss ich sie in Bern oder Montreux unterbringen.»
Was die Rentabilität angeht, wird das Hotelprojekt durch den Bau von 50 bis 60 Mietwohnungen unterstützt. Diese werden auf demselben Grundstück in zwei neuen Gebäuden errichtet. Antonio Carrisi plant außerdem, die Hoteldienstleistungen (Spa, Schwimmbad, Restaurant) auch für die Bevölkerung zugänglich zu machen.
Touristischer und wirtschaftlicher Wert für die Region
Dieses Projekt wurde aus vier eingereichten Vorschlägen ausgewählt. Diese wurden den Eigentümergemeinden nach einer im November veröffentlichten Ausschreibung vorgelegt, um über die Zukunft dieses historischen, leerstehenden und baufälligen Gebäudes zu entscheiden. «Die anderen Projekte sahen den Bau von Büros, Wohnungen oder einem Restaurant vor. Das Hotelprojekt schien uns den größten touristischen und wirtschaftlichen Mehrwert für die Region zu bieten», erklärt Damiano Lepori.
Unter der aufmerksamen Beobachtung der Gemeinden
Die Gemeinden werden weiterhin eng in die Umsetzung des Projekts eingebunden sein. Nach Ablauf der 30-tägigen Einspruchsfrist soll der Vertrag zwischen Ende März und Anfang April unterzeichnet werden. Anschliessend wird ein Architektur-Workshop stattfinden, bei dem die Gemeinden als Mitglieder der Jury fungieren werden, so der Vize-Gemeinderatspräsident. Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, wird auch die Denkmalschutzbehörde in die Überlegungen einbezogen. Die Gemeinde wird auch dafür sorgen, dass der Investor seine Verpflichtungen einhält, indem sie sich ein Rückkaufsrecht vorbehält. Die öffentliche Auflage wird ebenfalls in ihre Zuständigkeit fallen.
Die beiden Gemeinden waren seit 2001 Eigentümerinnen des Grundstücks. Sie bleiben Eigentümerinnen von etwas mehr als 20'000 Quadratmetern Land auf dem Gelände.
