Ein gutes Stellenangebot und die Natur sind die wichtigsten Gründe, weshalb Fachkräfte ins Wallis ziehen. Für einen langfristigen Verbleib reichen diese Faktoren jedoch nicht aus. Entscheidend ist vielmehr, ob sich Zugezogene sozial integriert fühlen. Das zeigt die fünfte Fachkräfteumfrage der Initiative Valais4you.[RELATED]
An der Umfrage beteiligten sich im März und April insgesamt 786 Personen. Das ist die bisher grösste Erhebung der Initiative. 77 Prozent der Befragten können sich vorstellen, auch bei einem Stellenwechsel im Wallis zu bleiben. Unterschiede zeigen sich allerdings zwischen den Sprachgruppen: Während dies 83 Prozent der deutschsprachigen Teilnehmenden sagen, sind es bei den Englischsprachigen 67 Prozent.
Integration stärkt die Bindung
Besonders deutlich wird der Zusammenhang zwischen sozialer Einbindung und Bleibeabsicht beim Vereinsleben. Vereinsmitglieder fühlen sich unabhängig von ihrer Muttersprache besser integriert als Nichtmitglieder. Gleichzeitig zeigt die Auswertung, dass Personen mit einem starken Zugehörigkeitsgefühl häufiger langfristig in der Region bleiben möchten.
Die Befragung deutet zudem auf ein kritisches Zeitfenster zwischen drei und fünf Jahren hin. Vor allem englischsprachige Fachkräfte verlassen die Region in dieser Phase häufiger. Als mögliche Gründe nennen Teilnehmende befristete Arbeitsverträge, eine höhere Mobilität sowie Integrationshürden.
Mehr Begegnungen statt nur Arbeitsplätze
Gefragt nach Verbesserungen im Alltag wünschen sich viele Befragte mehr soziale Treffpunkte, ein breiteres Gastronomieangebot, lebendigere Wochenenden und eine bessere medizinische Grundversorgung. Als mögliche Massnahme nennt valais4you niederschwellige Begegnungsformate wie offene Meetup-Gruppen. Der Steuerungsausschuss will entsprechende Ansätze bis im Herbst weiter prüfen. (mm)