Urs Eberhard, die Hotels Bergsonne und Felchlin stehen zum Verkauf, aus dem Hotel Des Alpes werden luxuriöse Ferienwohnungen. Für die Rigi stehen einige Veränderungen bevor.
Auf der Rigi gibt es seit den ersten Besiedlungen stetigen Strukturwandel. Von den ersten Älplern, über die Kurgäste im 16. Jahrhundert, bis hin zu Luxusreisenden nach dem Bau der Rigibahnen. Heute ist die Region vor allem ein Ziel für Tagestouristinnen und -touristen aus der Schweiz, die vielleicht spontan eine Nacht verbringen. Die Betriebe auf hier mussten sich ständig neuen Gästestrukturen und -bedürfnissen anpassen. [RELATED]
Dann haben Sie keine Sorgen, wegen der schrumpfenden Anzahl von Hotelbetten?
Das Hotel Felchlin steht nun schon einige Zeit leer. Hier, wie auch im Hotel Bergsonne sind grosse Investitionen nötig. Ich hoffe, dass sich Kaufinteressenten finden, die bereit sind, diese zu tätigen. Aber es entstehen auch schöne neue Projekte, wie die Ferienwohnungen im Des Alpes oder das Angebot von warmen Betten im Bereich Rigi First. Auch, wenn die Seilbahn Rigi-Burggeist erneuert ist, wird es in der Gegend spannende neue Beherbungsprojekte geben, die die ganze Region aufwerten.
Was wären alternative Konzepte für Hotels auf der Rigi, wenn Übernachtungsgäste wegfallen?
Einige Betriebe haben sich Nischen geschaffen, in denen sie brillieren. So das Hotel Rigi Kaltbad Kaltbad und das Rigi Kulm-Hotel, die sehr erfolgreich Seminare anbieten. Die Teilnehmenden sind abends, wenn die letzte Bahn ins Tal gefahren ist, für sich, was sehr gut ankommt.
Ist der Seminarmarkt auf der Rigi schon gesättigt?
Nein, das denke ich nicht. Da könnte man gut überlegen, das Angebot auszubauen. Aber auch Angebote im Bereich der Selbstfindung und alternativen Heilmethoden, wie sie das Hotel Klösterli oder das Zentrum Felsentor anbieten, beweisen, dass hier Potenzial vorhanden ist.
Was ist Ihre Strategie für die Rigi?
Wir wollen die Gäste saisonal besser verteilen. Den Winter noch attraktiver machen. Darum haben wir dieses Jahr erstmals das Lichtfestival auf der Rigi durchgeführt. Da haben Besuchende tatsächlich Hotelübernachtungen gebucht, um das Spektakel nach Einbruch der Dunkelheit sehen zu können. Auch Wanderwochen im Sommer oder Musikangebote sind in Planung. All das wird den Strukturwandel aber nicht aufhalten.
Es ist ein Privileg den Berg am Abend für sich zu haben.
Urs Eberhard, Verwaltungsratspräsident Rigi Plus AG
Wo sehen Sie die Rigi in zehn Jahren?
Wenn ich wünschen dürfte, dann, dass sie wirklich ein Wander-, Familien- und Musikberg für Menschen aus der Schweiz und dem Ausland ist. Ich wünsche mir natürlich, dass Gäste auch mehrere Tage oder Wochen bleiben. Es ist ein Privileg, wenn man den Berg am Abend für sich hat. Dafür muss dann aber auch das Angebot stimmen.
Welche konkreten Massnahmen trifft die Rigi Plus AG, um die Strategie umzusetzen und den Tourismus auf der Rigi nachhaltig zu sichern?
Der stete Ausbau der Gästeinformation und -lenkung ist eine wichtige Aufgabe unserer Organisation. Neben den bekannten Wegweisern, gehören dazu auch speziell gekennzeichnete Themenwege. Dazu kommt eine aktuelle Anzeige der Öffnungszeiten der Restaurants auf Bildschirmen und digitalen Geräten. Ausgebaut werden Angebote im Winter und für den «Musikberg Rigi». Wir planen Auftritte von Musikschaffenden an aussergewöhnlichen Orten und eine Wiederbelebung der «Rigi Stubete» mit hochwertigen Volksmusikkapellen aus verschiedenen Schweizer Regionen.
