Der zweitägige Branchenevent Connect Switzerland von Schweiz Tourismus ist mit viel Energie und klaren Botschaften gestartet. Auf dem Gelände des Zermatt Unplugged, wo vor wenigen Tagen noch Herbert Grönemeyer oder Placebo für Begeisterung sorgten, kommen heute Montag und morgen Dienstag über Tourismusschaffende zusammen. Das Programm besteht aus Breakout Sessions zu Themen wie Krisenresistenz im Tourismus, KI oder dem Saison-Wandel. Richard Quest, CNN-Wirtschaftsjournalist, spricht in seiner Keynote über «Tourismus in einer sich ändernden Welt». Daneben stehen Austausch und Networking im Zentrum. 

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Martin Nydegger, Direktor von Schweiz Tourismus, gemeinsam mit Brigitta Gadient, Präsidentin von Schweiz Tourismus, sowie Shaikha Al Nuwais, Generalsekretärin von UN Tourism. Durch das Programm führt Moderatorin Steffi Buchli.

Die Krise darf uns nicht lähmen.
Martin Nydegger, CEO Schweiz Tourismus

In seiner Eröffnungsrede spannte Martin Nydegger den Bogen von 2025, dem «besten Tourismusjahr in der Geschichte», zur aktuellen Lage. Die Nachhaltigkeitsstrategie Travel Better von Schweiz Tourismus sei ein Dauerauftrag, betonte er – kein kurzfristiges Konzept. Sie sei «strategisch unverzichtbar in guten wie in schlechten Zeiten». Die Branche habe die Leitlinien, von Ganzjahrestourismus bis Tourismusakzeptanz, nicht nur definiert, sondern breit umgesetzt.

Gleichzeitig fand Nydegger klare Worte zur politischen Weltlage: «Der Iran-Krieg verändert alles. Die Krise ist da. Aber sie darf uns nicht lähmen.» Der Blick müsse über die Krise hinausgehen. «Wir stehen an einem Wendepunkt des Tourismus.»

Verantwortung statt Wachstum um jeden Preis
Im Zentrum seiner Rede stand ein Perspektivenwechsel: Wachstum sei keine einfache Gleichung mehr. «Wir wollen wachsen und gleichzeitig akzeptiert bleiben.» Entscheidend sei deshalb nicht mehr das Wachstum an sich, sondern der Umgang damit. Nydegger forderte mehr Verantwortung im Umgang mit Ressourcen und öffentlichem Raum – denn Tourismus finde mitten in der Gesellschaft statt. «Wenn alle kollektiv verantwortlich sind, ist niemand wirklich verantwortlich», sagte er.

Auch Brigitta Gadient verwies auf den steigenden Druck durch globale Entwicklungen. «Wir müssen uns vernetzen, und wir müssen zusammenhalten.» Shaikha Al Nuwais ergänzte: «Zahlen allein genügen längst nicht mehr in einer defragmentierten Welt.» Wachstum reiche nicht aus – entscheidend seien Partnerschaften und nachhaltige Entwicklung.

Austausch als Schlüssel
Passend dazu setzt Connect Switzerland bewusst auf Dialog und gemeinsames Verantwortungsbewusstsein. «Wir haben für einmal keine fertigen Lösungen», sagte Nydegger. «Aber wir haben Persönlichkeiten eingeladen, um das Thema zu vertiefen und gemeinsam Antworten zu finden.»

Der Auftakt zeigt: Die Branche ist bereit, Verantwortung zu übernehmen – und ihre Zukunft aktiv zu gestalten.


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