Wegen Naturgefahren sind 13 Campingplätze im Wallis vorläufig geschlossen worden. Der Entscheid der kantonalen Baukommission müsse ausgesetzt werden, fordert die Dachorganisation Campings Valais Wallis.
Grund für die geplanten Schliessungen ist eine aktualisierte Beurteilung der Naturgefahren durch die Kantonsbehörden. Bereits im Juli hatte der Campingplatz in Arolla auf Anordnung des Kantons schliessen müssen. Vor rund zwei Wochen wurden Gemeinden und Betreiber über weitere Massnahmen informiert.
Von den 13 betroffenen Anlagen sind laut Verband fünf bereits geschlossen. Zwei weitere stehen in Gesprächen mit dem Kanton über mögliche Schutzbauten. Sechs sind von einer sofortigen Schliessung betroffen.
Die betroffenen Plätze liegen in den Gemeinden Goms, Reckingen, Les Haudères, Salvan, Saas-Balen und Trient. Der Entscheid der Baukommission hat keine aufschiebende Wirkung. Mehrere Betreiber haben Beschwerde beim Kantonsgericht eingereicht.
Wirtschaftliche Folgen
Die 66 Campingplätze im Wallis verzeichneten 2025 insgesamt rund 626'000 Übernachtungen, ein Plus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Verband warnt vor negativen Folgen für die regionale Wirtschaft sowie vor einer Zunahme von Wildcamping.
Unterstützung erhält das Anliegen aus der Politik: Ein dringliches Postulat von FDP-Grossrat-Stellvertreter Florian Piasenta wurde im Grossen Rat deutlich angenommen. Er fordert verhältnismässige Lösungen sowie eine Übergangsphase.
Campings Valais Wallis und der Verband Swisscamps verlangen eine standortspezifische Neubewertung sowie eine kantonale Strategie für Schutzbauten und mögliche Verlagerungen. Zudem brauche es finanzielle Unterstützung für Gemeinden und Betreiber.
Der Kanton kündigte die Einsetzung einer Arbeitsgruppe an, um gemeinsam mit den Beteiligten Lösungen zu erarbeiten. Die Risiken seien seit Jahren bekannt, hielt er fest. Die Sicherheit der Bevölkerung habe Vorrang. (keystone-sda)
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