Thomas Bissegger enspannt, indem er sich herausfordert: Der 39-Jährige arbeitete bei Starkoch Daniel Humm in New York, erkochte mit seinem Team im Zürcher Restaurant «1904 Designed by Lagonda» einen Michelin-Stern und wurde bereits 2022 mit der Nationalmannschaft Kochweltmeister. Seit 2021 ist Bissegger Dozent und Programmleiter HF an der EHL Hotelfachschule Passugg. Mentalen Ausgleich findet er darin, seine Golf-Fähigkeiten zu verbessern, wie er im Interview verrät. [RELATED]
Im Alltag motiviert mich: An meiner Arbeit an der EHL Hotelfachschule Passugg schätze ich besonders, Studierende und Mitarbeitende in ihrer Entwicklung begleiten zu können. Es ist spannend zu sehen, wie sich angehende Hoteliers weiterentwickeln. Gleichzeitig bietet mir die Tätigkeit die Möglichkeit, selbst laufend Neues zu lernen und mich fachlich wie persönlich weiterzuentwickeln.
Meine liebste Garmethode: Ich liebe Röstaromen, also das Grillieren oder Rösten.
Darum bin ich Koch geworden: wegen des Ragouts meiner Grossmutter, es war der Ursprung.
Deshalb ist der Kochberuf wunderbar: Man lernt ein echtes Handwerk, arbeitet mit den Händen und kann gleichzeitig kreativ sein. Zudem bietet die Küche die Möglichkeit, sich stetig weiterzuentwickeln – und sich mit Talent, Disziplin und Leidenschaft bis ganz nach oben zu kochen.
Das würde mir der Sieg an der Koch-WM bedeuten: Ein absolutes Highlight und zugleich eine Bestätigung fürs ganze Team.
So bereite ich mich auf die Koch-WM vor: Ich übe mich darin, geduldig zu bleiben und mich mit voller Energie auf diese Reise einzulassen. In meiner Freizeit versuche ich zudem, meine Fähigkeiten im Golf weiterzuentwickeln – eine zusätzliche mentale Herausforderung. Beides lässt sich für mich optimal verbinden, so kann ich kontinuierlich an mir arbeiten.
Das gehört einfach nicht auf einen Teller: Banane und «Liebloses».
Diese Erfahrung hat mich in meiner Laufbahn massgeblich beeinflusst: Die Stage bei Daniel Humm: Den Moment, als er seine Mannschaft in seiner Küche in New York begrüsste, vergesse ich nie. Ich habe bis heute Gänsehaut, wenn ich daran zurückdenke. Der zweite war 2020 in Locarno, als ich meinen Michelin-Stern vom Restaurant «1904 Designed by Lagonda» zusammen mit meinem Team entgegennehmen durfte.
Mein Guilty Pleasure: Reinhardt Buhr – ein Musiker aus Kapstadt. Es gelingt ihm noch heute, dass ich mich dank seiner Klänge an Südafrika zurückerinnere.
Wenn ich 100 Jahre früher geboren worden wäre: Vielleicht hätte ich mich an der Entwicklung der Kochgeschichte beteiligen können – wer weiss?
Meine schlimmste Marotte: Perfektionist … immer und überall …
Wenn ich für mich koche, dann gibt es Burrata, Pfirsich und frische Tomaten. Dazu ein gutes Brot. Allgemein dürfen Zitrone und Butter nie fehlen.
Als Nächstes möchte ich lernen, ein Buch zu schreiben.
Hier finden Sie fortlaufend die Interviews aller Köchinnen und Köche der Nationalmannschaft.
Zum Culinary World Cup
Vom 21. bis zum 25. November 2026 treten 30 Nationalteams, 15 JuniorInnen-Teams und 15 Teams im Bereich Gemeinschaftsverpflegung gegeneinander an. Die Schweiz ist in allen drei Kategorien mit ihren Mannschaften vor Ort. Insgesamt bewerten 46 Jurorinnen und Juroren aus 27 Ländern die 3-Gang-Menüs der Köchinnen und Köche. Vorsitz hat Jury-Präsident und Koch Carlo Sauber. Bewertet wird nach strengen und standardisierten Vorgaben. Dazu gehören: Mise-en-Place, Hygiene, Zubereitung, Geschmack und Präsentation.
Hier geht's zum Culinary World Cup. Einzeiliger Text.
